Die Teilungsanordnung

Der Erblasser kann durch eine letztwillige Verfügung Anordnungen für die Auseinandersetzung treffen. So kann der Erblasser zum Beispiel anordnen, dass die Auseinandersetzung nach dem billigen Ermessen eines Dritten erfolgen soll.

Sinn und Zweck der Teilungsanordnung ist, dass dem Erblasser ermöglicht werden soll, die Aufteilung der einzelnen Nachlassgegenstände frei den einzelnen Erben zuzuordnen. Befinden sich in dem Nachlass zum Beispiel eine Immobilie, ein Depotvermögen sowie eine Segelyacht, so würde den Erben grundsätzlich alles zu gleichen Teilen zustehen. Niemand könnte einen Nachlassgegenstand für sich beanspruchen. Mit der Teilungsanordnung kann der Erblasser dann erreichen, dass einzelne Nachlassgegenstände dem jeweiligen Erben zugeordnet werden. Allerdings bedeutet dies nicht, dass bei möglicherweise werthaltigeren Nachlassgegenständen diese Erben bevorzugt werden. Denn die Teilungsanordnung bewirkt nur eine Aufteilung der Nachlassgegenstände, nicht jedoch eine Abänderung der Erbquote. Liegt also ein Erbe mit dem zugewiesenen Nachlassgegenstand über seiner Erbquote, so ist er den anderen Erben zum Ausgleich verpflichtet. Ist der Ausgleich nicht aus dem Nachlass zu leisten, muss er den Ausgleich aus seinem Privatvermögen leisten. Ist ihm das nicht möglich, erhält er nicht den zugewiesenen Gegenstand.


Aktuelles

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19. Juni. 2017

Das Erbscheinsverfahren ist der Grundstein für die Klärung der Frage, wer Erbe geworden ist. Hier wird geklärt, ob Anfechtungen wirksam sind, ob der Erblasser testierfähig war und ob alle Formvorschriften eingehalten wurden.

(Erläuterungen durch Dr. Frank Andresen, Fachanwalt für Erbrecht, Kiel u. Hamburg)


19. Juni. 2017
Mandanten fragen häufig danach, ob ihre Geschwister Pflichtteilsansprüche haben. Im Folgenden wird kompakt und verständlich durch Dr. Frank Andresen (Fachanwalt für Erbrecht, Kiel u. Hamburg) die Rechtslage dargestellt.

17. November. 2015

FG Münster vom 30.04.2015 - Az. 3 K 900/13 Erb

Die Aufwendungen zur Beseitigung eines Ölschadens, der noch zu Lebzeiten des Erblassers an der Tankanlage des zum Nachlass gehörenden Hauses entstanden war, aber erst nach dem Erbfall entdeckt worden ist, können nicht steuermindernd als Nachlassverbindlichkeiten berücksichtigt werden.

Als Nachlassverbindlichkeiten seien nur solche Schulden abzugsfähig, die bereits vor dem Erbfall für den Erblasser durch gesetzliche, vertragliche und außervertragliche Verpflichtungen entstanden sind und diesen im Zeitpunkt des Todes bereits wirtschaftlich belastet haben. Diese Voraussetzungen wären hier, im Fall eines vom Erblasser unentdeckten Ölschadens, aber nicht erfüllt. Die von den Erben aufzubringenden Kosten hätten daher keine Auswirkung auf die Höhe der zu zahlenden Erbschaftsteuer.

Wegen der grundsätzlichen Bedeutung der Rechtssache hat das Finanzgericht Münster die Revision zum BFH zugelassen (AZ II R 33/15).

Urteil des FG Münster vom 30.04.2015
Aktenzeichen: 3 K 900/13 Erb

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