Die Teilungsanordnung

Der Erblasser kann durch eine letztwillige Verfügung Anordnungen für die Auseinandersetzung treffen. So kann der Erblasser zum Beispiel anordnen, dass die Auseinandersetzung nach dem billigen Ermessen eines Dritten erfolgen soll.

Sinn und Zweck der Teilungsanordnung ist, dass dem Erblasser ermöglicht werden soll, die Aufteilung der einzelnen Nachlassgegenstände frei den einzelnen Erben zuzuordnen. Befinden sich in dem Nachlass zum Beispiel eine Immobilie, ein Depotvermögen sowie eine Segelyacht, so würde den Erben grundsätzlich alles zu gleichen Teilen zustehen. Niemand könnte einen Nachlassgegenstand für sich beanspruchen. Mit der Teilungsanordnung kann der Erblasser dann erreichen, dass einzelne Nachlassgegenstände dem jeweiligen Erben zugeordnet werden. Allerdings bedeutet dies nicht, dass bei möglicherweise werthaltigeren Nachlassgegenständen diese Erben bevorzugt werden. Denn die Teilungsanordnung bewirkt nur eine Aufteilung der Nachlassgegenstände, nicht jedoch eine Abänderung der Erbquote. Liegt also ein Erbe mit dem zugewiesenen Nachlassgegenstand über seiner Erbquote, so ist er den anderen Erben zum Ausgleich verpflichtet. Ist der Ausgleich nicht aus dem Nachlass zu leisten, muss er den Ausgleich aus seinem Privatvermögen leisten. Ist ihm das nicht möglich, erhält er nicht den zugewiesenen Gegenstand.


Aktuelles

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8. Juni. 2015

Beschluss des BGH vom 8. April 2015, Az. IV ZR 150/14

Zur Frage, welche Kriterien ein Gericht beachten muss, wenn es bei mehreren Immobiliengutachten einem Gutachten den Vorzug geben will.


9. Mai. 2014

OLG München, Beschluss vom

23.04.2014 - 31 Wx 22/14

Anmerkung: Eine interessante Entscheidung, die eine nachvollziehbare und sehr durchdachte Begründung enthält.


8. Mai. 2014

OLG Koblenz, Beschluss vom

18.03.2014 - 2 W 495/13

Anmerkung: Das OLG Koblenz liegt hier richtig. Dem notariellen Nachlassverzeichnis muss eine höhere Bedeutung zukommen. Würde einfach nur der Bestand durch die Erklärung des Erben gegenüber dem Notar aufgenommen, handelte es sich um ein privates Nachlassverzeichnis im Gewand des notariellen Nachlassverzeichnisses. Solange das Ermessen durch den Notar ordnungsgemäß ausgeübt wird, kann diesem ein größerer Spielraum eingeräumt werden. Hierüber dürften dann aber erfahrungsgemäß die Pflichtteilsberechtigten und die Erben jeweils andere Vorstellungen haben.


Rechtsanwalt und Fachanwalt für Erbrecht Dr. Frank Andresen  KIEL: Stiftstraße 13 - Tel. 0431 - 98 28 620   HAMBURG: Mönckebergstr. 27  - Tel. 040 - 328 097 835